geiselhaft

von der schwere des himmels
will ich nicht reden
über die schritte im keller
lange nicht mehr
nicht über die leisen töne
die untergehen im geschrei der gedanken
nachts glänzen sie aus büschen

ich werde die lüge in deinem gesicht nicht nennen
die narben
unter deinen kleidern verborgen
worte
die niemand braucht
weil ohnehin schon alles an dir spricht

ich werde so tun als gäbe es deine blicke nicht
schwer von frostigen erinnerungen
als sähe ich die nacht nicht
sich müde an deine stimme lehnen
als gäbe es
nicht die schleier über meinen augen
wäre mein blick nicht verschleppt
und die augen in geiselhaft

 

(aus dem Gedichtband "zwischen die kriege geworfen" )

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